Sozialpädiatrisches Zentrum und Frühförderung
Ambulanz für Schreibabys
Was ist eine Ambulanz für Schreibabys?
Warum eine "Schrei-Ambulanz"?
Wer ist unsere Zielgruppe?
Wie ist unser Vorgehen?
Was ist eine Ambulanz für Schreibabys?
Säuglinge, die den ganzen Tag und die ganze Nacht schreien, die sehr wenig oder schlecht schlafen, die nur mühsam einschlafen, häufig in der Nacht wach werden, wenig essen wollen etc. sind eine große Belastung und Herausforderung für ihre Eltern. Es handelt sich also um Säuglinge und Kleinkinder mit ganz speziellen Bedürfnissen.
Diesen Familien wollen wir mit einem spezifisch auf sie zugeschnittenen Beratungsangebot helfen.
Warum eine "Schrei-Ambulanz"?
Es gibt einen entwicklungspsychologisch nachgewiesenen Zusammenhang zwischen sehr frühen Störungen der Eltern-Kind- Bindung und späteren Verhaltensproblemen und Entwicklungsauffälligkeiten beim Kind (im Vorschul- und Schulalter). Durch eine frühe und präventive Förderung soll dies vermieden werden.
Wer ist unsere Zielgruppe?
Säuglinge und Kleinkinder (bis drei Jahre) mit frühkindlichen Regulationsstörungen, d.h. mit
- exzessivem Schreien (Koliken)
akut auftretende, anfallsartige, unstillbare Schrei- und Unruheepisoden ohne erkennbaren Grund bei einem ansonsten gesunden Säugling oder Kleinkind
und/oder zusätzlich
- "Schlafstörungen" bzw. Unreife der Schlaf-Wach-Regulation bzw. über den 6. Lebensmonat hinaus andauernde Unfähigkeit des Säuglings oder Kleinkinds, ohne elterliche Hilfe (wieder) einzuschlafen.
- Fütterstörung, d.h. wenn die Fütterinteraktion von den Eltern über einen Zeitraum von über einem Monat als problematisch empfunden wird (mit/ohne Gedeihstörung).
- Kindliches Interaktionsverhalten bei Störungen der frühen Eltern-Kind-Beziehungen, insbesondere:
motorische Unruhe, Ruhelosigkeit, Unzugänglichkeit, aggressives und provokatives Verhalten, exzessives Trotzverhalten, permanentes Fordern von Aufmerksamkeit, panisches Schreien bei geringen Anforderungssituationen.
Bei den bedeutsamen Bezugspersonen finden sich oftmals
- einseitige oder unvollständige Wahrnehmungen kindlicher Signale
- unangemessene Interpretation dieser kindlichen Signale
- Belastungen und Überlastungen bis an die Grenze des Aushaltbarem
- Verunsicherung über das Problemverhalten des Kindes und dem eigenen Umgang damit
- die Umgebung macht den Eltern zusätzlich Druck, Druck aus dem Umfeld der Bezugspersonen
Wie ist unser Vorgehen?
- Ein begrenztes Angebot von zunächst maximal vier Terminen in einem kurzzeittherapeutischen und lösungsorientierten Beratungsansatz.
- Mit vollständiger Familie soll die Diagnostik des exzessiven Schreiens und die Einbindung dieser Symptomatik in die familiäre Interaktion besprochen werden, auch unter Verwendung von Videoaufnahmen.
- Die subjektiven Erklärungstheorien in der Familie werden erörtert; gegebenenfalls werden aber auch bedeutsame entwicklungspsychologische Informationen vermittelt. Im Zeitraum bis zu den weiteren Terminen soll die Familie die Möglichkeit zu gezielten häuslichen Beobachtungen und Veränderungen haben (z. B. angeregt durch häusliche Übungen).
- Die Chronifizierung zunächst geringfügiger negativer Interaktionsstrukturen zwischen Eltern und Kind soll vermieden werden und gleichzeitig alternative und günstige Interaktionsalternativen erfahren und eingeübt werden.
Kontakt und Termine
über
REHA Westpfalz
Sozialpädiatrisches Zentrum und Frühförderung
Telefon: 06371 / 934 133

